Andreas Stoch (MdL) sagt Unterstützung für „Blühende Solaranlage“ zu

Es kommt Bewegung in die Diskussion um meine Vision, Freiland-PV-Anlagen nicht nur zur Stromerzeugung, sondern auch für die Artenvielfalt zu nutzen. Bei der Gemeinde ist man grundätzlich offen für meinen Vorschlag, anstatt Gras unter den Modulen eine passende Blühmischung zu säen. Gespräche mit dem Investor laufen ebenfalls. In einem Artikel der lokalen Presse „Schade, wenn da nur Gras wächst“ werden meine Argumente und der Stand der Dinge dargestellt.

Mitte Mai bekam meine Imkerei Besuch von Andreas Stoch (MdB) und Gerhard Starzmann (SPD Steinheim).

Hier der Pressebericht des Büros von Andreas Stoch:

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Der Heidenheimer SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch folgte gemeinsam mit Gerhard Starzmann vom Steinheimer SPD-Ortsverein der Einladung des Küpfendorfer Imkers Günter Friedmann und ließ sich vor Ort dessen zukunftsweisende Idee für ein blühendes Solarfeld erläutern.

Mehr Klimaschutz ist auch für die Sozialdemokraten ein drängendes Thema. „Die Produktion erneuerbarer Energien und damit auch der Ausbau der Photovoltaik muss vorangetrieben werden“, unterstreicht der SPD-Landesvorsitzende. „Aber andere wichtige Themen, wie zum Beispiel die Artenvielfalt dürfen dabei nicht hinten runterfallen. Diese Erklärungen klingen alle gut, aber wo genau ist der Weg?“, fragt Stoch. Und hier ist sich der engagierte Berufsimker Friedmann sicher, dass sich mit seiner Vision eine sinnvolle Verknüpfung von Energiewende und Biodiversität bietet: „Das ist hier in Küpfendorf eine super Gelegenheit für ein republikweites Modellprojekt, denn wir haben die Vision, die Fläche und das Know-How. Es wäre geradezu fahrlässig, diesen Schritt nicht zu tun!“

Er möchte unter der geplanten 22 Hektar großen Photovoltaikfläche eine Blühwiese anlegen, die zahlreichen heimischen Insekten Nahrung bietet und damit dem Insektensterben entgegenwirkt. Seit Jahren verzeichnet er auch bei seinen Bienen einen gravierenden und weiter zunehmenden Nahrungsmangel im Sommer. „Es gibt kaum noch Blühflächen, jeder Quadratmeter wird land- und forstwirtschaftlich intensivst genutzt. Aber unsere Natur braucht Raum!“, drängt Friedmann. Er habe bereits mit dem Investor Vento Ludens gesprochen und dieser habe sich dem Pilotprojekt gegenüber interessiert gezeigt. Die notwendigen Änderungen, zum Beispiel breitere Gassen zwischen den Modulen für den Abtransport des Mähguts, würden zwar eine geringere Rendite ergeben, brächten der Firma aber einen nicht zu unterschätzenden Image- und Marketingvorteil.

Auch Andreas Stoch zeigt sich sehr angetan von dieser Idee und möchte Günter Friedmann politisch unterstützen. „Dieses schöne Projekt könnte Energiewende und Artenvielfalt unter einen Hut bringen und helfen, die Akzeptanz für den Ausbau der erneuerbaren Energien, die wir bei der Energiewende unbedingt brauchen, zu verbessern.“

PV-Anlage in Küpfendorf – Brief an den Gemeinderat

In Küpfendorf, dem Sitz meiner Demeter-Imkerei, ist eine Freiland-PV-Anlage geplant. Ich bin davon überzeugt, dass man in der jetzigen Zeit, gerade angesichts eines drohenden Klimawandels, an der Sonnenenergie nicht vorbeikommt und denke auch, dass Solarenergie an und für sich eine sehr interessante und gute Technologie darstellt.
Ich plädiere jedoch vehement für einen Paradigmenwechsel, der Photovoltaikanlagen sowohl für die Gewinnung alternativer Energie nutzt, aber diese auch als Flächen zum Erhalt der Biodiversität sieht. Deshalb schlage ich, anstatt der üblichen Grasflächen mit Schafbeweidung unter der Anlage, naturgemäße Blühwiesen für den Insektenschutz vor.
Eine den Sommer über blühende Solarfläche gibt es meines Wissens in Deutschland noch nicht und ich würde mir wünschen, dass unser Gemeinderat sich dafür engagiert, dass die Photovoltaikfläche in Küpfendorf sich zu einem solchem Pionierprojekt entwickelt.

Hier finden Sie meinen Vorschlag an den Gemeinderat der Gemeinde Steinheim → PDF

Der Varroa-Controller – Folge 2: Erfahrungen

Im Juni 2020 hatte ich ja den erstmaligen Einsatz des Varroa Controllers in meiner Imkerei im Frühjahr 2020 beschrieben und war gespannt auf die Varroadiagnose im Sommer und die anschließende Behandlung der Völker, bei denen im Frühjahr eine prophylaktische Wärmehandlung der Brutwaben durchgeführt worden war.
Anfang Juli führte ich eine Sommergemülldiagnose am Bienenstand in Küpfendorf durch. 12 Völker waren ja im April „wärmebehandelt“ worden, 12 Völker blieben unbehandelt. Zunächst war geplant, die Varroadiagnose mittels der Puderzuckermethode zu praktizieren. Dies hatte ich dann aber aufgrund der hohen Arbeitsbelastung im Sommer, die ich im Frühjahr so noch nicht vorausgesehen hatte, geändert und stattdessen auf die bewährt Sommergemülldiagnose gesetzt. Am Rand der Windel hatte ich einen Streifen Melkfett ausgebracht, um die Ameisen, die dieses Jahr stark vertreten waren, daran zu hindern, Milben von der Windel wegzutragen, und so das Ergebnis zu verfälschen.
Die Windel bleib bei allen Völkern 3 Tage unter dem Gitterboden und wurden am 6.7. 2020 ausgezählt.

Es ergab sich folgendes Ergebnis:

Demeter-Imkerei Friedmann, Tabelle

Auch wenn es einige „ Ausreißer“ im Positiven, wie im Negativen, gab, so ist das Ergebnis doch beeindruckend.
Der natürliche Milbenabfall war in den Völkern, die im April einer Wärmebehandlung der verdeckelten Brut unterzogen worden waren, deutlich geringer als in den Völkern ohne Behandlung. Das bedeutet, dass die Schadensschwelle wesentlich später erreicht werden würde und die Völker während der Einfütterung nur mit einer geringen Varroabelastung zu kämpfen haben. Die Winterbienen wachsen somit ohne großen Varroadruck heran, was sich auf die Überwinterungsfähigkeit der Völker und die Auswinterung insgesamt (Verluste, schwache Völker, etc.) auswirken könnte.

Anschließend wurde, bei den wärmebehandelten Völkern für 12 Tage die Königin in einer Duplex Wabentasche eingesperrt. Auf dieser Wabe konnte die Königin dann wieder in Eiablage gehen. Nach 12 Tagen wurden die verdeckelten Waben gegen neue Waben ausgetauscht. Die verdeckelten Brutwaben wurde im Varroacontroller wärmebehandelt. Nach insgesamt 24 Tage wurde die Königin dann freigelassen und konnte wieder mit der gewohnten Eiablage beginnen, die Auffütterung wurde fortgesetzt.

Es wurde als ein modifiziertes Bannwabenverfahren in Kombination mit dem Varroa Controller durchgeführt. Zunächst waren die Völker im Vergleich zu den unbehandelten Völkern, die währenddessen einer Ameisensäurebehandlung unterzogen wurden, relativ klein geworden. Doch die Königin begann zügig mit der Eiablage und Ende September sahen die Völker wieder sehr ähnlich aus, in Bezug auf die Volksstärke und den Bienenbesatz.

Demeter-Imkerei Friedmann, Varroa-Controller Bericht
Demeter-Imkerei Friedmann, Varroa-Controller Bericht

Erfahrungen mit dem Varroa-Controller:

Resumee

Der beeindruckend niedrige Abfall von Varroamilben während der Sommergemülldiagnose, zeigt, dass eine Behandlung der verdeckelten Brutwaben im zeitigen Frühjahr mittels des Varroa Controllers den Varroabefall insgesamt und die Entwicklung des Varroabefalls während der Sommersaison, deutlich reduziert und verlangsamt, und die Schadensschwelle somit signifikant später erreicht werden wird. Die Frage der Reinfektion lassen wir erst einmal außen vor. Aber auch hier würde sich der niedrige Varroabefall pro Bienenvolk positiv auswirken.
Der Imker kann somit seine Völker ruhiger und entspannter einfüttern- es gibt weniger Räuberei, etc. Und was am Wichtigsten für die Überwinterung sein wird: Die Winterbienen können ohne großen Varroadruck heranwachsen und damit länger und gesünder leben. Der Übergang vom Wintervolk zum Sommervolk im April und Mai wird somit sicherer und stressfreier.

Ich möchte außerdem das von mir angesprochene Element der gewonnenen Freiheit noch einmal aufgreifen:
Alleine die Tatsache dass der Wettlauf zwischen Imker und Varroa entschärft werden kann, spricht für sich.
Nun kann der Imker, da die Völker ja nicht so stark varroabelastet sind, in Ruhe auffüttern. Während der Einfütterung zusammenbrechende oder ausgeraubte Völker werden weniger. Der Imker kann nun wählen: Nochmals das Bannwabenverfahren durchführen, kombiniert mit Wärmebehandlung der bienenfreien verdeckelten Brutwaben, oder einfach eine Ameisensäurebehandlung, bzw. eine andere zugelassene Varroabekämpfungsstrategie, bei insgesamt niedrigem Varroabefall.

Demeter-Imkerei Friedmann, Varroa-Controller Bericht

Entscheidet sich der Imker für den beschriebenen nochmaligen Einsatz des Controllers, so kann er die wärmebehandelten Brutwaben wieder dem Volk zurückgeben. Es muss also nicht die Brut vernichtet werden, wie es oft bei der spätsommerlichen Brutentnahme empfohlen wird. Man kann aber auch mit den behandelten Brutwaben Völker verstärken, die zum Beispiel noch in einer guten Tannentracht stehen.
Es ist auch eine Überlegung wert, schwächere Jungvölker zu verstärken.

Ich hatte mich dieses Jahr dafür entschieden, meine Tannenvölker im Schwäbischen Wald mit den wärmebehandelten Brutwaben zu verstärken. Die Weißtannentracht ist für die Bienenvölker, gerade bei hohen Tageszunahmen, wie es im Sommer 2020 der Fall war, oft sehr anstrengend. Zudem geht normalerweise die Bruttätigkeit enorm zurück. Da hilft jede zusätzlich schlüpfende Biene.
Für mich war aber noch ein anderer Grund ausschlaggebend. Naturbauwaben und die Duplex Wabentasche passen nicht so gut zusammen, wie Mittelwandwaben und Wabentasche. Normalerweise ist die Wabentasche ja für 2 Brutwaben konzipiert. Da Naturbauwaben aber nicht so gleichmäßig gebaut werden, wie Waben auf der Basis von Mittelwänden, passt in der Regel nur 1 Naturbauwabe in die Wabentasche. Sonst würde es zu eng werden. Eine Wabe alleine allerdings führt aber zu übergroßen Wabenabständen und Stress für die Bienen in Bezug auf den Wärmehaushalt. Daher hatte ich mich entschieden, für die Duplex Wabentasche 2 Honigraumrähmchen zu verwenden. Diese habe ich dann später in den honigraum der Tannenvölker zugehängt.

Beim Einsatz der Duplex-Wabentaschen muss man sehr genau darauf achten, dass keinerlei Lücke, bzw. Schlupfloch bleibt, durch das die Königin entkommen könnte, wenn die Taschen montiert und die Waben mit der Königin eingehängt werden. Allerdings verformt sich das Blech leicht bei Druck. Die Königin ist ja nicht begeistert, durch ein Trenngitter vom übrigen Brutnest getrennt zu sein, und sucht und findet jede Lücke. Bei 2 Völkern ist mir dies passiert. Dann ist natürlich das Bannwabenwabenverfahren misslungen.

Insgesamt aber hat mir dieses System gut gefallen und ich denke über die Anschaffung eines 2. Controllers nach.
Er ist nicht ganz billig- aber es lohnt sich.
Evt. kann man, da ja im zeitigen Frühjahr eine erneute Behandlung erfolgt, ganz auf die Winterbehandlung verzichtet werden. Das müsste geprüft werden.

Worüber man sich im klaren Sein muss, ist der Zeitaufwand. Da man aber die bienenfreien Brutwaben aber gut 20-30 min lang auch ohne Bienen transportieren kann, lohnt es sich, den Controller zu Hause zu befüllen. Dann kann man nebenher vielen anderen Tätigkeiten nachgehen.

Blühende Felder im Spätherbst und Winter?

Kein Nutzen für die Artenvielfalt!

Wer jetzt in der Natur unterwegs ist, wird viel mehr blühende Felder entdecken als etwa im Sommer: Gelb blühende Senffelder, weiße Rübsenfelder oder sogar blaue Felder mit Phazelia. Der Grund für dieses immense Blühen liegt darin, dass die Landwirte Geld bekommen, wenn sie auf ihren Flächen Blühmischungen anbauen. Nach der Haupternte im Spätsommer, wird dann eben was fürs Blühen getan. In der Terminologie der Agrarförderung wird diese Maßnahme als Greening bezeichnet.
Doch was soll das? Natürlich wird durch den Anbau von Zwischenfrüchten die Bodenfruchtbarkeit gefördert, und die Erosion verhindert. Aber für das erklärte Ziel der Agrarförderung: Verbesserung und Erhaltung der Biodiversität- hier insbesondere Insektenleben und Vogelwelt- ist es sinnlos, wenn im Oktober, November oder gar Dezember, die Felder blühen, bis der erste Frost sie dann abfrieren lässt. Um diese Jahreszeit gibt es keine Wildbienen mehr, keine Schmetterlinge und Hummeln, die diese Blumen besuchen könnten. Für die Honigbienen ist das späte Blühen sogar kontraproduktiv, denn sie müssten jetzt eigentlich Winterschlaf halten und keine Brut mehr aufziehen. Stattdessen werden sie durch das unzeitgemäße Nahrungsangebot der blühenden Pflanzen dazu verleitet, erneut Brut aufzuziehen, was ihre Winterruhe und die Überwinterung stört. Zusätzlich wird dadurch die Vermehrung der Varroamilbe gefördert.
Die Agrarförderung des Greenings ist so nicht mehr als eine Alibimaßnahme. Es müsste im Sommer blühen, damit es der Insekten- und Tierwelt nutzt. Darauf muss die Agrarförderung ausgerichtet sein. Das versteht schon der gesunde Menschenverstand.
Generell blüht, trotz einer interessierten öffentlichen Diskussion im Sommer, immer weniger. Das ist sehr frustrierend und ermüdend.
Ich habe daher beschlossen unser Blühprojekt herunterzufahren, auch wenn dieses sehr erfolgreich und schön anzuschauen war. In Küpfendorf hatten wir fast 3 ha Blühmischungen angebaut – ohne diese wären die Bienen hier wahrscheinlich verhungert – obwohl die Landwirtschaft hier nicht so intensiv betrieben wird. Aber Biogas und intensiver Öko Landbau, mit viel Silage, etc. hat aus dem blühenden Dörfchen Küpfendorf einen Ort gemacht, an dem sich kaum noch gut imkern lässt. Das ist traurig, weil hier auch meine Imkerei liegt und ich nun meine Völkerzahl hier reduzieren muss und dafür woanders, z. B. im Schwäbischen Wald gezwungenermaßen mehr Bienenvölker aufstellen werde. Zudem sind durch die Biogas-Konkurrenz die Pachtpreise für Ackerland enorm gestiegen.
Traurig ist zudem das Verhalten der Imker selbst, sodass ich mich frage, wie kann man mit solcherart strukturierten Menschen, die nur auf ihren Eigennutz konzentriert sind, überhaupt Politik machen? So hat ein neu ortsansässiger Imker, statt ein eigenes Blühprojekt zu initiieren, seine Bienen einfach neben unsere Blühflächen gestellt. Kostet ihn ja nichts, den Aufwand hat ja die Imkerei Friedmann. Dass dann meine Bienen weniger Nahrung finden, interessiert nicht.
Ein Imker aus einem Nachbarort, als Bauernsohn selbst Grundbesitzer, hat seine Flächen an Biogasproduzenten – Bauern sind das ja keine mehr – verpachtet. Dort wird nun vorwiegend der für Insekten wertlose und sogar toxische Mais angebaut. Seine Bienen stellt dieser Imker dann aber gerne nach Küpfendorf zu unseren Blühflächen.
Das alles ist sehr ermüdend. So muss ich in meinem Engagement erst mal eine Pause einlegen und überlegen, mit welcher Strategie ich weiterhin agrarpolitisch tätig sein kann und will.
Ich danke den Nutzern auf alle Fälle für das Interesse an unserer Arbeit.

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